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„Wahrscheinlich endet das Alles in einem einzigen Bild … alle Farben zu gleichen Teilen, in Milliarden Pixel aufgelöst in einem flächigen Grau – die konsequente fotografische Verweigerung! … aber bis dahin ist es noch ein langer Weg und es gibt noch so viele Möglichkeiten.“


Die Werke aus diesem Katalog – von Christian Ruhm selbst einmal als „SAMMLUNG FOTOGRAFISCHER VERWEIGERUNGEN“ bezeichnet – entstanden alle in den Jahren von 2000 bis heute und sind zur besseren Übersicht in bisher sieben Werkgruppen aufgeteilt – weitere werden folgen.

Die Bildsprache der gezeigten Werke hat Christian Ruhm schon sehr früh für sich entdeckt und seitdem konsequent weiterentwickelt: Die Serie FORMULARE FÜR DIE NEUE STADT – die ersten Arbeiten, bei denen die Unschärfe zum stilbildenden Mittel geworden war – bildete bereits im Jahr 2000 den eigentlichen Ausgangspunkt für kommende Werke.
Acht Jahre später sollte eine weitere wegweisende Serie folgen: SPREEUFER.
Hier bediente sich CR ein weiteres Mal des Stilmittels der Unschärfe, die sich seit dem durch nahezu das gesamte Werk des Berliner Künstlers zieht bis hin zu einer Art „Totalverweigerung“, deren erste Resultate in der Werkgruppe AUS.ART.END. zusammengefasst wurden.

Bei der Werkgruppe FLÜCHTIGE BLICKE nutzt Ruhm eine andere abstrahierende Technik – die Bewegungsunschärfe interpretiert hier das Altbekannte neu und fordert den Betrachter auf eine andere Weise heraus, seine Sichtweise auf das scheinbar Altbekannte zu korrigieren.

Fast wissenschaftlich nähert er sich in der Reihe MEMENTO einem Phänomen der aktuellen Wahrnehmungsform – dem „Verkonsumieren“ von Bildern – die tagtäglich tausendfach im Vorbeieilen erstellt, dann später oft mühsam mittels moderner Technik rekonstruiert werden, um letztendlich nur als verschwommenes Souvenir / Trophäe an den Wänden zu landen.

Werden bei den oben genannten Werken die Abstraktionen fast ausschliesslich bereits während der Aufnahme eingesetzt, erfahren die ursprünglichen Fotografien des FAMILENALBUMS eine rein digitale Nachbearbeitung – laut Ruhm werden sie (ähnlich wie in der Pop-Musik) remixed und somit auf improvisatorische Weise in Erinnerungs- und Traumbilder transformiert.

Einen weiteren Ansatz verfolgt die Werkgruppe PERSONA. Diese Werke entstanden einerseits durch einen intensiven Dialog mit den jeweiligen Modellen, andererseits auch durch eine Auseinandersetzung des Künstlers mit sich selbst und seinem eigenen Körper.

Christian Ruhm sieht seine Arbeiten seit jeher als eine Projektionsfläche, die der geneigte Betrachter jeden Tag aufs Neue individuell zu füllen vermag – im technischen Sinne eine Verweigerung – im künstlerischen Sinne eine Möglichkeit.

Er eröffnet seinem Publikum die Möglichkeit, seinem Blick etwas Ruhe zu gönnen und schafft gleichzeitig den eigenen Geschichten, Träumen und Fantasien den nötigen Raum, sich in diesen Werken zu spiegeln.