ART3FAKT I – Sachsenhausen-Remixes


2010/2016.  C-Prints.  180×120 cm.


Die ursprünglichen Aufnahmen der Sachsenhausen-Remixe fotografierte CR im Januar 2010. Ein Buch wurde noch im gleichen Jahr veröffentlicht und fand auch bei den Leitern der Gedenkstätte großen Anklang. Es gab auch Gespräche über ein Kunst-Projekt, welches dann jedoch aufgrund fehlender Mittel verworfen wurde. CR war nie ganz zufrieden mit den Aufnahmen und bezeichnete sie lange Zeit als „Rohmaterial“.

Fast genau sechs Jahre später fand CR schließlich den für ihn geeigneten Zugang und bearbeitete sie neu. Als Basis diente ihm die Aussage einer jungen Frau, welche ihm mit ihrer Schulklasse auf dem Gelände der Gedenkstätte begegnet war. Sie sagte „…das ist ja zum Wegschauen hier!“, während sie sichtlich angewidert die Barracken mit ihrem Smartphone im Vorbeigehen fotografierte. Genau dieser Satz spiegelt das „Davon haben wir nichts gewußt“ der Tätergeneration.

Die Verfremdung der ursprünglichen Aufnahmen durch bewußt herbeigeführte Artefakte, wie sie bei zu starker Bildkomprimierung entstehen, kombiniert CR in der finalen Serie mit weiteren (bei Fotografien in sozialen Netzwerken häufig zu beobachtenden) Bildfehlern. CR kritisiert damit den unkritischen/gleichgültigen Blick und versucht der geschichtsvergessenen und zynischen Gleichgültigkeit eine Haltung als Bild entgegenzusetzen…


© Christian Ruhm