Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, seinem Ideal der kompletten fotografischen Verweigerung näher zu kommen und neue Abstraktionsformen in der Fotografie zu erreichen, hilft Ende 2017 CR einmal mehr ein Zufall weiter.
Bei der Produktion einiger Bilder hinterlässt der Printer eine unschöne Kratzspur auf der Oberfläche der belichteten Fotografien. Anstatt diese Werke jedoch zu vernichten, beginnt CR sie weiter mit Skalpell, Drahtbürsten und später auch mit Sandpapier und Messern zu traktieren.
Es entstehen dabei Verletzungen auf der fotografischen Schicht, die den Spuren eines autoaggressiven Verhaltens – dem Ritzen der Haut – recht ähnlich sehen. Dieses absichtlich herbeigeführte, selbstverletzende Verhalten – in der Psychologie auch als ARTEFAKThandlung bekannt – ist für CR als gelernten Fotolaboranten fast ebenso schmerzhaft wie auch befreiend und produziert damit nun endlich die vom Künstler lang ersehnten, nicht reproduzierbaren Unikate.